

Warum verwende ich den Begriff Website-Architektur, wenn ich über das Layout von Internetseiten spreche?
Es gibt Homepages, die auf einem statischen Spaltenlayout basieren und es gibt solche, bei welchen das Layout aufgebrochen erscheint. Ersteres, ich nenne es "Boxen"-Layout, besteht aus rechteckigen Containern, die mit Inhalten befüllt werden: Logo, Navigation, Texte, Bilder, etc. Die Größe der jeweiligen Boxen ist genau definiert, jede Box von der anderen abgegrenzt. "Boxen"-Layouts haben meistens eine feste Breite und sind für eine bestimmte Bildschirmauflösung optimiert, also vollkommen statisch.
Aufgebrochene "Blob"-Layouts bleiben hingegen flexibel. Sie passen sich unterschiedlichen Bildschirmauflösungen an. Auch werden die Seiteninhalte nicht in rechteckigen Boxen präsentiert. Zwischenräume sind nicht einfach nur Leerräume, sie gliedern die einzelnen Seitenbereiche, brechen die "Boxen-Optik" auf, indem sie Übergänge schaffen. Das heißt nun nicht, dass ich für mein Seitenlayout keine Boxen verwende, nur treten diese optisch in den Hintergrund. So entsteht ein strukturierter und beweglicher, dem Medium Internet angemessener Seitenaufbau im Spannungsfeld von "Blob" und "Box".
Ich kreiere Websites, die klare Struktur und Dynamik in sich vereinen. Immer wieder inspiriert mich dabei Gehrys Architektur.
In einem Interview erläutert Paul Virilio das Nebeneinander von realem und virtuellem Raum: Auf dem Weg zu einem transeuklidischen Raum?
"Blob" steht für Freiform- bzw. biomorphe Architektur,
"Box" für eine Architektur des rechten Winkels. Nikolaus Kuhnert, Angelika Schnell beschäftigen sich in ihrem Artikel Von der Box zum Blob und wieder zurück mit der architekturtheoretischen "Blob versus Box"-Debatte.
Amerikanischer Architekt. Ein Vertreter des Dekonstruktivismus. Eines seiner bedeutendsten Bauwerke in Europa ist das Guggenheim-Museum in Bilbao, Spanien. Gehry nutzt "Blob" und "Box" als Gestaltungspole seiner architektonischen Formensprache, ohne sich von einem der beiden Extreme vereinnahmen zu lassen.
